Vorsorge ernst nehmen, früh handeln, Kompetenzen bündeln – Onkologisches Kompetenzzentrum Niederrhein am EVK Wesel

Rund 500.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an Krebs. Am Weltkrebstag (4.2.2026) rückt nicht nur die Behandlung, sondern vor allem die Bedeutung von Vorsorge, Prävention und Früherkennung in den Fokus. Das DKG-zertifizierte Onkologische Kompetenzzentrum Niederrhein (OKZN) am Gesundheitscampus Wesel versteht diesen Tag als klaren Auftrag: informieren, sensibilisieren und den Menschen in der Region eine verlässliche, wohnortnahe Anlaufstelle bieten.

Eine Krebsdiagnose verändert das Leben, oft von einem Moment auf den anderen. Sie betrifft Menschen in allen Lebensphasen und wirft Fragen, Ängste und Unsicherheiten auf. Umso wichtiger sind Strukturen, die nicht nur medizinisch auf höchstem Niveau arbeiten, sondern auch Orientierung geben und früh ansetzen. Genau hier sieht das DKG-zertifizierte Onkologische Kompetenzzentrum Niederrhein seine Verantwortung, natürlich nicht nur am Weltkrebstag.

Am Gesundheitscampus Wesel hat sich das OKZN als zentrale, qualitätsgeprüfte und eng vernetzte Anlaufstelle für Menschen mit Krebserkrankungen etabliert. Jährlich werden hier mehr als 2.000 Patient:innen mit onkologischen Erkrankungen behandelt, über 500 davon mit einer Neuerkrankung, die direkt am Zentrum diagnostiziert wird. Die politische Stärkung durch den Landeskrankenhausplan unterstreicht die regionale Bedeutung dieser Strukturen. „Onkologische Versorgung darf kein Zufallsprodukt sein“, sagt Dr. med. Olaf Hansen, Chefarzt der Chirurgie, Ärztlicher Direktor des Evangelisches Krankenhaus Wesel und kommissarischer Leiter des zertifizierten Onkologischen Kompetenzzentrums Niederrhein. „Die Reform fordert zu Recht Spezialisierung, Mindestmengen und überprüfbare Qualität. Genau das leisten wir – und übernehmen damit Verantwortung für die gesamte Region.“

Ein herausragender Schwerpunkt des Zentrums liegt im zertifizierten Darmkrebszentrum mit angeschlossenem Bauch-Kompetenzzentrum, das seit über 18 Jahren besteht. Mehr als 2.000 behandelte Darmkrebserkrankungen und über 3.000 robotisch unterstützte Eingriffe belegen eine deutschlandweit relevante Expertise. Gerade beim Enddarmkrebs profitieren Betroffene von dieser Erfahrung: In den allermeisten Fällen lässt sich heute ein dauerhafter künstlicher Darmausgang vermeiden. „Für viele Patient:innen ist die Angst vor einem lebenslangen Stoma eine enorme zusätzliche Belastung“, so Hansen. „Unsere Erfahrung und der konsequente Einsatz robotischer Präzisionschirurgie ermöglichen Organerhalt und damit Lebensqualität, das ist ein klarer Vorteil hochspezialisierter Zentren.“

Das onkologische Leistungsspektrum am Standort Wesel reicht jedoch weit über die Darmkrebsbehandlung hinaus. Zum OKZN gehören unter anderem das zertifizierte Brustzentrum unter der Leitung von Chefärztin Dr. med. Daniela Rezek, das gynäkologische Krebszentrum sowie das Zentrum für hämatologische und onkologische Erkrankungen, das seit Jahrzehnten Patient:innen mit Leukämien, Lymphomen und komplexen Krankheitsbildern betreut. Ergänzt wird das Angebot durch ausgewiesene Schwerpunkte bei Tumoren der Leber, der Gallenwege, der Schilddrüse, bei neuroendokrinen Tumoren sowie bei seltenen Tumorerkrankungen. Perspektivisch wird auch die Therapie akuter Leukämien weiter ausgebaut.

Um medizinische Qualität kontinuierlich weiterzuentwickeln, ist das OKZN eng mit überregionalen Partnern vernetzt – darunter universitäre Spitzenzentren und spezialisierte Fachkliniken. Diese Zusammenarbeit ermöglicht den direkten Zugang zu hochkomplexen Verfahren, ohne dass Patient:innen ihre Region verlassen müssen. Gerade für viele Menschen am Niederrhein bedeutet das: Spitzenmedizin dort, wo das eigene Leben stattfindet. Ein zentrales Anliegen des Onkologischen Kompetenzzentrums ist die Prävention. Am Weltkrebstag macht das OKZN bewusst darauf aufmerksam, wie entscheidend Vorsorge und Früherkennung für den Krankheitsverlauf sind. Strukturierte Angebote wie die Darmkrebsvorsorge, das Brustkrebs-Screening oder spezialisierte Dysplasie-Sprechstunden gehören fest zum Versorgungsauftrag. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, Krebserkrankungen früh zu erkennen, oft bevor sie Beschwerden verursachen.

Ergänzt wird die stationäre Versorgung durch ein breites ambulantes und teilstationäres Angebot: von der TherapieEinheit Onkologie (ThEO) über spezialisierte onkologische MVZ-Praxen und die onkologische Trainingstherapie bis hin zu psychoonkologischer Beratung, Ernährungsberatung und komplementären Ansätzen. Auch die Strahlentherapie am Gesundheitscampus Wesel spielt eine tragende Rolle und behandelt jährlich mehr als 1.000 Patient:innen, darunter auch überregionale Fälle mit komplexen Tumorerkrankungen.

„Onkologie beginnt mit Vorsorge und endet nicht mit der letzten Therapie“, betont Dr. Hansen. „Gerade am Weltkrebstag wollen wir sensibilisieren und zeigen, wie wichtig gut vernetzte Strukturen sind, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.“

Der Weltkrebstag macht deutlich, wie sehr Information, Prävention und eine verlässliche Versorgung zusammengehören. Mit dem zertifizierten Onkologischen Kompetenzzentrum Niederrhein steht den Menschen am Niederrhein eine leistungsfähige, wohnortnahe und fachlich breit aufgestellte Anlaufstelle zur Verfügung – von der Vorsorge über die Therapie bis zur Nachsorge. Das OKZN versteht diesen Tag als Einladung: hinzuschauen, Fragen zu stellen und Vorsorge ernst zu nehmen.

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