Reflux entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt und dort Beschwerden wie Sodbrennen, Brennen hinter dem Brustbein oder saures Aufstoßen verursacht. „Viele unserer Patienten kommen zu uns, weil Medikamente allein nicht mehr ausreichen oder nicht dauerhaft eingenommen werden sollen“, erklärt Mahmoud Arfa, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin – Gastroenterologie, Hämatologie und Onkologie, der das Verfahren am EVK eingeführt hat. Die Endoplikatio bietet hier eine besonders schonende Alternative: Sie stabilisiert den Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, ohne dass ein größerer operativer Eingriff notwendig ist. Das minimal-invasive Verfahren wird mithilfe des sogenannten GERDx-Systems durchgeführt, einem Spezialgerät aus Deutschland, das ähnlich einer Magenspiegelung endoskopisch über den Mund eingeführt wird. Am Mageneingang entsteht bei dem Eingriff eine kleine Gewebefalte, die als natürliche Barriere wirkt und den Rückfluss von Säure verhindern soll. Besonders geeignet ist die Behandlung für Menschen, deren Beschwerden trotz medikamentöser Therapie bestehen, die auf Dauer keine Säureblocker einnehmen möchten, eine funktionell nachgewiesene Refluxkrankheit haben oder eine kleine axiale Hernie von maximal drei Zentimetern aufweisen.
Der Eingriff selbst dauert in der Regel nur 20 bis 30 Minuten und findet unter Vollnarkose statt. Zunächst erfolgt eine kurze Magenspiegelung, anschließend „wird das Gerät über den Mund eingeführt und unter Sicht eine stabile Vollwandfalte gesetzt, die den Mageneingang leicht verengt. Da keinerlei Schnitte notwendig sind, gilt die Methode als besonders schonend. „Für viele Betroffene ist es wichtig, dass sie schnell wieder im Alltag ankommen und keine äußeren Narben zurückbleiben“, betont der Experte weiter. Die bisherigen Erfahrungen im EVK sind dabei positiv und untermauern auch die bisherige Studienlage: „Die Patienten berichten bereits kurz nach dem Eingriff über eine deutliche Besserung oder sogar ein vollständiges Verschwinden ihrer Beschwerden“ erläuterte Mahmoud Arfa weiter. Die Komplikationsrate sei gering, insgesamt gelte die Endoplikatio als sicher und gut verträglich. Zudem kann das Verfahren bei Bedarf auch Jahre später erneut durchgeführt werden, falls die Beschwerden zurückkehren sollten. „Wir sehen, dass wir mit diesem schonenden Ansatz vielen Menschen helfen können, ihre Lebensqualität deutlich zu verbessert“, ist Arfa überzeugt. So profitieren nun auch die Patienten aus dem Kreis Wesel von dieser neuen Medizintechnologie.
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Sprechstunde für Reflux & Schluckstörung der Klinik für Innere Medizin – Gastroenterologie, Hämatologie und Onkologie
Sprechzeit: Jeden Dienstag, 10:00–12:00 Uhr
Tel.: +49 281 106 2600